Sonntag, 7. April 2013

Vom Kampf mit dem Essen und Baby-led Weaning

Gerade ist mir aufgefallen, dass ich auf dem Blog noch nie erwähnt habe, dass Amelie jetzt Brei isst. Und zwar schon ziemlich lange. Ich habe bereits mit etwa vier Monaten festgestellt, dass sie grosses Interesse an Essen zeigt. Sie konnte damals bereits bei uns am Tisch sitzen und fing immer an, wild mit ihren Armen zu fuchteln, wenn wir etwas assen. Ihre Augen wurden gross und sie quietschte vor Aufregung. Ich dachte zuerst, es wäre noch etwas früh, um mit fester Nahrung zu beginnen, also fragte ich den Kinderarzt. Der sagte zu meiner Überraschung, ich solle ihr Interesse unbedingt nutzen und ihr etwas anbieten. Das tat ich dann auch und nach drei bis vier erfolglosen Versuchen (sie konnte es noch nicht schlucken, fand es eklig, wollte nicht) klappte es dann endlich. Ich fing mit wenig an: Einmal pro Tag gabs Banane, Karotte, Zucchini oder Pastinake in Breiform. Irgendwann mischte ich Kartoffel dazu, damit der Brei etwas nahrhafter wurde. Ab etwa fünf Monaten bekam sie zwei Mal pro Tag Brei.

Doch schon bald fing sie an, den Löffel wegzuschieben, wenn ich ihn vor ihr Mund hielt. Ich war frustriert und wollte, dass sie isst. Die täglichen Mahlzeiten wurden zum Machtkampf zwischen ihr und mir. Bis ich merkte: Sie will, was wir haben. Auch hier dachte ich wieder: Dafür ist es noch viel zu früh. Ich wusste nicht, was ich nun tun sollte. Also fing ich damit in, ihr das Gemüse statt in Breiform einfach in ganzen Stücken in die Hand zu geben. Und tatsächlich, das klappte. Sie lutschte vergnügt daran und biss kleine Stücke ab. Nie hat sie sich daran verschluckt, was meine grösste Angst war. Ohne es zu wissen, fing ich mit Baby-led Weaning an. Bei dieser Methode bestimmt das Baby selbst, was es isst. Das heisst: Dem Baby wird nicht einfach Brei gegeben, sondern man stellt ihm Essen vor, das es selbst zum Mund führen kann. Ich gebe ihr inzwischen einfach das, was wir essen - gibt es beispielsweise Karotten, koche ich für sie ebenfalls ein paar (ohne Salz). Das funktioniert gut und - noch viel wichtiger - macht ihr Spass. Klar, es führt auch zu einer grossen Sauerei und manchmal denke ich, es wäre einfacher, wenn ich ihr einfach den Löffel in den Mund schieben könnte. Aber Essen sollte schliesslich kein Kampf sein, sondern etwas Schönes. Und vielleicht lernt sie so auch bald, dass Essen in den Mund und nicht auf den Tisch, den Stuhl und den Boden verschmiert gehört. Wir werden sehen...

Wie lief das bei euch ab? Hattet ihr auch Machtkämpfe mit euren Kindern oder ging das von Anfang an ohne Problem? 

Ein Foto aus Zeiten, als ich sie noch versuchte, für Brei zu begeistern.
Und so kriegt Amelie ihr Essen jetzt: Ganz oder in grossen Stücken.

1 Kommentar:

  1. Ähnlich war es bei uns auch. Die Jungs essen bei uns mit, schmieren alles voll und lassen das ganze Essen fallen.
    Damit sie aber auch richtig satt sind, bekommen sie als "Nachttisch" einen ungesüßten Joghurt, der dann von uns gefüttert wird.
    Das klappt eigentlich ganz gut :)
    Liebste Grüße

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