Freitag, 21. Juni 2013

Schlaftraining: Ein kurzer Zwischenbericht


Vor einiger Zeit hatte ich darüber geschrieben, dass ich mit Amelie ein Schlaftraining durchführte (hier gehts zum Bericht). Die Reaktionen darauf waren zum Teil krass. Ich verstehe vollkommen, wenn sich eine Mutter bewusst dagegen entscheidet, ihr Kind schreien zu lassen, damit es selbst in den Schlaf findet. Was ich nicht verstehe ist, wenn man andere Mütter verurteilt, die es anders machen wollen. Vorwürfe, man würde das Baby Todesängste ausstehen lassen, was wiederum lebenslange Bindungsprobleme zur Folge hätte, sind für mich nicht nur haltlos sondern reine Panikmacherei. Hier eine kurze Episode aus unserem Alltag, die das unterstreichen soll:

Ich teste derzeit dieses Babyphone mit Monitor von Philips (ein ausführlicher Testbericht wird folgen). Als ich meine Tochter heute nach ausgiebigem Kuscheln für ihren Mittagschlaf noch wach in ihr Bettchen legte, musste sie nicht weinen (weil sie vor Angst wie erstarrt war, würden die Gegner jetzt sagen). Dank dem Babyphone konnte ich sie jedoch über einen Monitor beobachten und sah keine Anzeichen von Angst oder Panik. Sie schlief zufrieden ein. Und nachdem sie aufgewacht war, schaute ich ihr 20 Minuten fasziniert dabei zu, wie sie (ebenfalls alleine) im Bettchen mit ihren Plüschtieren spielte und lachte. Auch hier konnte ich niemals Anzeichen von Angst oder Panik feststellen. Nun kann man von Schlaftrainig natürlich halten was man will. Ich jedenfalls stehe voll und ganz dahinter. Was ich da heute gesehen habe, war ein glückliches und zufriedenes kleines Mädchen, das Freude daran hatte, selbständig zu spielen. Als sie das nicht mehr wollte, hat sie geschrien und ich bin zu ihr gegangen (was ich übrigens auch in der Nacht mache, wenn sie schreit).

Was haltet ihr von Schlaftraining? Habt ihr gute oder schlechte Erfahrungen damit gemacht? Ich freue mich über eure Meinungen dazu, nicht aber über beleidigende Kommentare.

Kommentare:

  1. Hm, es ist ja kein SchlaftTRAINING nach Ferber, was du macht, auf Grund dessen finde ich das vollkommen in Ordnung. Zumal du sofort auf die Rufe reagierst. Wenn es bei klappt ist es doch super.

    Aber jedes Kind ist da auch anders eins brauch mehr Nähe und Kuscheleinheiten und ein anderes nicht so sehr. (Ausgenommen bei Zahnen, kränkeln oder Wachstumsschübe).

    Wir sind Co-Sleeper und fühlen uns damit sehr wohl, zumal ich noch stille und es echt praktisch ist.

    Wie alt ist deine Kleine nochmal? Hatte es glaube ich irgendwo gelesen, aber wieder vergessen :-/.

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  2. was glaubst du was dein maedchen empfunden hat als sie ueber 30min schreien musste? glaubst du sie hatte angst? oder warum hat sie geweint?
    dass du dieses thema wieder aufgreifst wirkt so auf mich als wuerde es noch tief drin an dir nagen dass du so gegen deinen instinkt gehandelt hast. ?
    nein ich halte absolut nichts von schlaftrainings oder schreien lassen. mein baby ist ein mensch und ich werde ihre gefuehle immer achten. alles andere kaeme fuer mich niemals in frage.

    dietnulf

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  3. Klingt wie ne Rechtfertigung.

    Ich als Mama könnte damit nicht leben, aber das muss jeder selber für sich verantworten. Wir sind auch Co-sleeper und ich könnte mir nichts schöneres vorstellen, als morgens neben meinem Baby aufzuwachen und von ihr angestrahlt zu werden.

    Lg, Laura

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  4. Ich finde es vollkommen okay was du machst. Ich denke auch, dass du in der Lage bist das Weinen richtig einschätzen zu können.
    Lass dich nicht unterbuttern! ;)

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  5. Nein, solange das Kind nicht schreit, kann man nicht von Schlaftraining à la Ferber reden... ich kann nur sagen, dass ich es nie, niemals ausgehalten hätte, mein Kind 30 Minuten lang schreien zu lassen. Mutterinstinkt pur. Das geht einem doch total gegen den Strich... bei meinem Sohn hab' ich's mal mit rein-raus in 2-3-5-... Minuten versucht; irgendwann gab ich auf. Heute schläft er nach dem Ritual alleine ein. Irgendwann ergab es sich einfach. Meine Tochter begleite ich mit Stillen und Kuscheln in den Schlaf und das tue ich gerne. Niemals würde ich sie schreien lassen, so klappt es auch ganz gut und irgendwann wird sie auch nach einem kurzen Ritual selber einschlafen.

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  6. Mein Mann und ich haben unseren Sohn mit einem Jahr nach "jedes Kind kann schlafen lernen" zu Bett gebracht. Zwei Abende war es Anfangs schwierig, doch seitdem schläft er ( heute 25 Mon. ) super alleine ein und durch. Ich kenne Deine Methode nicht, aber bei unserer geht man nach 10 min. immer wieder für 2 - 3 Min. zum Kind und beruhigt es. Meine Tochter schläft noch bei uns, werden es zu gegebener Zeit aber auch bei Ihr so machen. Und nebenbei bemerkt haben mich auch viele verurteilt, dass wir danach handeln. Das Ende vom Lied ist aber, dass mein Kind abends kein Theater macht und und pünktlich um sieben im Bett ist. Bei meinen Freundinnen sieht die Sache schon anders aus....Lass Dich nicht beirren.

    LG Bianca

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  7. Liebe Lulu, danke für deinen Bericht. Ich freue mich immer, wenn noch andere Mütter den Mut haben zu sagen, dass sie auch Schlaftraining machen. Auch wenn man sofort verurteilt wird... ich frage mich manchmal, wieso die Reaktionen anderer Mütter darauf so krass sind. Es ist doch logisch, dass wir unser Kind über alles lieben und es nicht stundenlang schreien lassen. Sobald ich das Gefühl habe, Amelie leidet (man kennt die verschiedenen Schreie des eigenen Kindes doch), gehe ich zu ihr. Aber meist schläft sie sehr gut ein.

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  8. http://www.nestling.org/der-traum-vom-durchschlafen/

    Sehr lesenswert! Vielleicht regt es dich ja zum Nachdenken an.
    Ich bezweifel' nicht, dass du dein Kind über alles liebst, die Frage ist nur, ob sie sich durch dein Verhalten auch noch geliebt fühlt.

    Alles Gute!

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  9. Liebe Laura

    Vielen Dank für den Link. Ich kenne den Bericht bereits. Wie gesagt verstehe ich Familien, die sich für Co-Sleeping entscheiden sehr gut. Auch ich hatte Amelie anfangs manchmal bei uns im Bett und habe das noch heute, wenn sie krank ist. Es ist schön, sie Stillen zu können ohne aufzustehen. Sie wacht trotz Schlaftraining auch jetzt noch manchmal Nachts auf und das finde ich nicht schlimm. Ich gehe dann zu ihr und gebe ihr, was sie braucht. Mir geht es nur darum, ihr beizubringen, alleine einzuschlafen. Ich glaube nicht, dass ich ihr einen Gefallen tue, wenn sie nur lernt, mit Mama und Papa zu schlafen. Ich bin der Überzeugung: Schon Babys wollen Selbständigkeit erlernen und haben Freude daran. Ich möchte, dass meine Tochter lernt, mit Dunkelheit und Monstern unter dem Bett umzugehen, damit sie später ohne Problem über Nacht zu ihren Freundinnen gehen kann, ohne Angstzustände zu kriegen, weil Mama und Papa nicht da sind. Wie gesagt, es gibt so viele verschiedene Argumente für beide Methoden und jeder muss selbst wissen, welche für ihn die Richtige ist.

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