Samstag, 28. September 2013

Zu deinem ersten Geburtstag

Einige Minuten nach der Geburt.

Heute vor einem Jahr, mein kleines Mädchen, habe ich dich geboren. Morgens um 07.45 Uhr wurdest du mir in die Arme gelegt und ich konnte mein Glück kaum fassen. Du warst das wunderschönste Wesen, das ich je gesehen hatte. Überhaupt warst du für mich ein Wunder. Es übersteigt noch heute mein Vorstellungsvermögen, wie zwei Menschen einfach so, als wäre es das normalste auf der Welt, neues Leben schaffen können.

Ich weiss es noch, als wärs gestern gewesen, wie ich am Tag davor hoch schwanger - ich war bereits einige Tage über dem Termin - bei meinem Frauenarzt sass. Er stellte Anzeichen auf eine Schwangerschaftsvergiftung fest. Ich sollte deshalb ins Spital. Aber erst wollte ich noch schnell im Tibits etwas leckeres essen gehen. Schliesslich wusste ich nicht, wann ich das nächste Mal etwas zu mir nehmen könnte. Also rief ich meinen Mann an, wir assen zu Mittag, packten das Köfferchen und gingen ins Spital. Dort wurde ich nochmals genau untersucht, bevor entschieden wurde, dass es soweit war. Du würdest kommen.

Ich freute mich so sehr. Neun Monate hatte ich auf diesen Moment gewartet und ich war bereit. Weil ich keine Wehen hatte, wurde die Geburt eingeleitet. Am späten Abend bekam ich die ersten Wehen. Mein Puls war aufgrund der Schwangerschaftsvergiftung viel zu hoch. Doch ich merkte davon nichts und fühlte mich gut. Auch die Wehen fand ich erträglich. Als mich die Ärztin fragte, ob ich eine PDA (Periduralanästhesie) gegen die Schmerzen wollte, verneinte ich. Einige Stunden später - es war nun mitten in der Nacht - war mein Puls auf 180 und konnte für mich Lebensgefährlich werden. Zum Glück bekam ich das selbst nicht wirklich mit. Ich war zu beschäftigt damit, die Wehen weg zu atmen. Aber die Ärztin redete mit meinem Mann und machte ihm klar, wie ernst die Lage sei (übrigens für mich der wichtigste Grund, weshalb der Mann IMMER an der Seite seiner Frau sein muss, wenn sie gebärt. Sie kann sich in dem Zustand nicht mehr wehren. Er schon.). 

Da die PDA nicht nur gegen Schmerzen hilft, sondern auch den Puls senkt, redete die Ärztin nochmals mit mir. Lange musste sie mich nicht mehr überzeugen, denn inzwischen waren die Wehen sehr schmerzhaft geworden und ich war bereit, alles zu nehmen, was ich kriegen konnte - selbst eine Spritze in die Wirbelsäule. Danach ging alles sehr schnell: Ich hatte immer mehr das Bedürfnis zu Pressen, wenn eine Wehe kam. Dies teilte ich meiner Hebamme mit und sie stellte daraufhin fest, dass mein Muttermund bereits ganz offen und ich damit bereit für die Geburt war. Ich begann also zu pressen und zu pressen... etwa zwei Stunden lang habe ich versucht, dich aus meinem Körper zu kriegen, meine Liebste. Und dann, mit letzter Kraft und einer heftigen Wehe, kam dein Köpfchen zum Vorschein und mit der nächsten Wehe warst du draussen. Du warst ganz verbäult, dein Kopf hatte in etwa die Form einer dieser Velohelme von Velorennfahrern (das hat mir dein Vater später erzählt), doch ich sah nichts dergleichen. Für mich warst du alles, was ich mir je gewünscht habe. Du hattest 10 Finger und 10 Zehen und das schönste kleine Gesicht der Welt. Wir lagen beide erschöpft da und ich hörte deinen Atem, als ich spürte, wie es zwischen meinen Beinen warm wurde. Sofort wusste ich, dass etwas nicht gut war. Die plötzliche Hektik der Ärzte bestätigten meine Vermutung. Ich verlor Blut. Du und Papa musstet aus dem Zimmer gehen und um mich standen innert Sekunden so viele Ärzte, Krankenschwestern und Hebammen, dass ich den Überblick verlor. Es wurde viel geschrien während ich weiter Blut verlor und immer mehr Angst hatte. Ich wollte dich bei mir und ich wollte die Hand deines Vaters halten. Der Anästhesist merkte das und gab mir seine Hand. 

Irgendwann konnten die Ärzte die Blutung zum Glück stoppen. Und obwohl mein Körper die Hälfte seines Blutvolumens verloren hatte, merkte ich davon nichts. Alles, was ich wollte, war dich und dein Papa. Und ein Glas Wasser. Ich hatte wahnsinnigen Durst. Ihr seid zurück zu mir gekommen, ich schloss dich ein weiteres Mal in meine Arme und du fingst sofort an, nach meiner Brust zu suchen. 

Das ist nun ein Jahr her. Es war das aufregendste, schönste und kürzeste Jahr im Leben deiner Eltern, liebe Amelie. Und wir können uns ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen. Du hast aus uns eine Familie gemacht und wir lieben dich mehr, als wir je für möglich gehalten hätten.

Freitag, 27. September 2013

Backe backe Kuchen


Ich habe soeben festgestellt, dass ich schon seit zwei (!!) Wochen nichts mehr gepostet habe! Wo sind die zwei Wochen geblieben? Sie müssen an mir vorbei geschlichen sein, ich habe sie nicht bemerkt. So ähnlich wie ich nicht bemerkt habe, dass mein Baby zu einem kleinen Mädchen herangewachsen ist. Sie wird morgen eins. Wir sind deshalb fleissig am backen. Bananabread, weil sie Bananen liebt. Und Apfel-Muffins, weil sie gerne Äpfel isst. Die Rezepte dazu findet ihr hier und hier. Wie sah das bei euch aus? Das ist ja eine wichtige Entscheidung, der erste Geburtstagskuchen im Leben eines Menschen. Welchen habt ihr für eure Kleine gebacken? Der Klassiker: Schokoladenkuchen (hier gehts zum besten Schokoladenkuchen der Welt)? Oder die gesunde Variante: Karottenkuchen?

Mittwoch, 11. September 2013

Ein Generationen-Ding

Auch wenn man es ihnen nicht ansieht: Dieser Kinder-Tisch und das Stühlchen sind schon fast 100 Jahre alt. Sie stammen von Amelies Urgrossmutter, die als kleines Mädchen ebenfalls schon darin sass. Der Gedanke, dass ein Möbel schon so viele Generationen überlebt hat, macht mich ehrfürchtig. Wie viele Umzüge hat dieses Kinderstühlchen wohl schon erlebt? In welchen Räumen hat es schon gestanden? Wer hat die Tischplatte geschliffen? Ein altes Möbel wie dieses in der Wohnung zu haben, hat etwas unheimlich beruhigendes. Es relativiert so vieles, macht unbedeutend, was einem im Moment so wichtig vorkommt. Es führt mir vor Augen, wie schnell die Zeit vergeht und wie kurz wir Menschen einen Teil dieses grossen Ganzen namens Leben sein dürfen. Es macht mich stolz, Amelie in diesem Stühlchen zu sehen. Jetzt ist sie an der Reihe.

Montag, 9. September 2013

Herbstmode für die Kleinen

Juhui, die Herbstmode ist da! Was Kinderkleider angeht, habe ich einen klaren Favoriten unter den Schweizer Online-Shops: Stadtlandkind.ch hat einfach die tollsten Teile für coole Kids und süsse Babys. Ich habe unten eine kleine Auswahl an schönen Stücken zusammengestellt, die diesen Herbst unbedingt den Weg in Amelies Kleiderschrank finden müssen. Besonders angetan haben es mir die Teile der Marke "Le Toit de la Lune". Die schönen Stoffe und modernen Schnitte der Kollektion sind aussergewöhnlich.

Marke: Le Toit de la Lune / Quelle: Stadtlandkind.ch

Marke: Le Toit de la Lune / Quelle: Stadtlandkind.ch

Marke: Bobo Choses / Quelle: Stadtlandkind.ch

Marke: Le Toit de la Lune / Quelle: Stadtlandkind.ch
Marke: Imps&Elfs / Quelle: Stadtlandkind.ch



Donnerstag, 5. September 2013

Scharfer Chips-Dip aus Mexiko (Sponsored Video)


Vor kurzem habe ich diesen Werbeclip gesehen und musste laut lachen. Er ist so typisch mexikanisch und ich würde den harten Kerl im Video (bei dem es sich übrigens um Danny Trejo von "From Dusk Till Dawn" handelt) am liebsten umarmen. Der Film erinnerte mich an die Zeit in Mexiko, als mein Mann und ich in einen Kochkurs gingen, weil wir nie mehr ohne mexikanisches Essen sein wollten. Es gab damals ein Rezept, das wir unbedingt haben wollten. Noch bevor man in den mexikanischen Restaurants jeweils bestellen konnte, wurde einem diese rote, scharfe Sauce zusammen mit Chips auf den Tisch gestellt. Nächtelang haben wir uns damit die Bäuche vollgeschlagen (und deshalb den Hauptgang meist kaum mehr runter gekriegt) und darüber diskutiert, was wohl in dieser unglaublich leckeren, erfrischenden und trotz der Schärfe zugleich leichten Sauce drin sein mag. Wir waren uns sicher, es muss mehrere Stunden oder sogar Tage dauern, bis man die Sauce gemacht hat. Wie lange musste man die Chilis wohl einlegen? Wie lange die Tomaten einkochen?

Nun, es stellte sich heraus, dass die Sauce so ziemlich das Einfachste ist, was in der mexikanischen Küche zubereitet wird. Und so einfach wie die Zubereitung ist auch der Name der Sauce: Sie heisst Salsa Roja - Rote Sauce also.




Hier das Rezept:

1 grosse, sehr reife Tomate (oder mehrere kleine)
1 Chili
1 Knoblauch
1 Bund Koriander
1 Limette
etwas Salz

Die Tomaten schälen, was am einfachsten geht, wenn man sie kurz in kochendes Wasser legt. Die Knoblauchzehe ebenfalls schälen und dann alle Zutaten bis auf die Limette in den Mixer. Danach noch der Saft einer halben Limette dazu und fertig ist die beste Sauce zu Chips, die ihr je gedippt habt. Am besten ist sie natürlich mit original mexikanischen Tortilla-Chips.

Ich stelle die Salsa Roja inzwischen regelmässig auf den Tisch, wenn wir Besuch empfangen und jedes Mal will mindestens einer der Gäste danach unbedingt das Rezept. SO GUT IST SIE. Also: Unbedingt probieren. Ihr könnt mir später danken.

PS: Hier gehts zu einem weiteren Lieblings-Rezept aus Mexiko.

Das Video in diesem Blogeintrag wurde gesponsert. Das Rezept stammt jedoch aus meinem ganz persönlichen Kochbuch und wurde durch das Video nicht beeinflusst oder abgeändert. 

Montag, 2. September 2013

Kurzfilm: Durch die Babyklappe

Screenshot des Kurzfilms "Déposer les enfants" von Bettina Oberli und Antoine Jaccoud. Quelle: Tages Anzeiger

Es ist ein Film, der schockiert. Der Kurzfilm "Déposer les enfants" von der Herbstzeitlosen-Regisseurin Bettina Oberli und Antoine Jaccoud handelt von einem Elternpaar, das seine Kinder bei einer Babyklappe abladet, wo diese dann eines nach dem anderen durch die Klappe klettern müssen. Das Ehepaar hat genug, ist erschöpft und will wieder frei sein. Wer selbst Mutter oder Vater ist, der kennt das Gefühl. Gerade deshalb erschüttert dieser Kurzfilm bis ins Mark. Und erinnert daran, dass die Entscheidung, ein Kind zu haben, nie mehr Rückgängig gemacht werden kann. Denn selbst wenn man die Kinder bei einer Babyklappe ablädt, das Verantwortungsgefühl bleibt. Ich kann euch den Film nur empfehlen (dauert knapp 10 Minuten).