Montag, 19. Mai 2014

Wochenendplanung sinnlos




Als ich noch kein Kind hatte, bestand mein Wochenende jeweils aus Ausgang und Ausschlafen. Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, sonst etwas getan zu haben. Das ändert sich schlagartig mit einem Kind. Plötzlich sind Samstag und Sonntag ganze Tage. Man steht um dieselbe Zeit auf, um die unter der Woche der Wecker läutet. Und dann hat man mindestens zwölf Stunden vor sich, die es zu füllen gilt. Schnell habe ich realisiert: Hat man eine Familie, muss am Wochenende ein Programm her. Also habe ich begonnen, Pläne zu schmieden. Damit meine ich keine grossen Ausflüge mit Übernachtung oder so. Ich wollte einfach die Zeit, die wir als Familie hatten, optimieren. Ich habe einen groben Zeitplan erstellt. Zum Beispiel: am Morgen einen Spaziergang ins Stadtzentrum mit anschliessendem Brunch. Und am Nachmittag einen Spielplatzbesuch mit Papa – weil es mit Papa viel mehr Spass macht. Einfache Sachen halt.


Nun, in der Umsetzung war das dann nicht ganz so einfach. Hatte ich Morgenschicht (einer von uns darf am Wochenende jeweils ausschlafen), wollte meine Tochter schon auf den Spielplatz, bevor ich ihr das Pijama ausziehen konnte. Ihr zu erklären, dass wir später mit Papa gehen würden, war sinnlos. Und war Papa erst mal wach, wollte dieser von einem Spaziergang und Brunch nichts wissen. Glas und Alu mussten entsorgt werden. Und wieso hatten wir nicht genug Brot im Haus? Kurz gesagt: Meine Pläne gingen nicht auf und ich war frustriert. Den ausserplanmässigen Ausflug in den Wald konnte ich deshalb nicht geniessen. Dabei war er schön. Also habe ich mir nun eine neue Strategie zugelegt: Ich plane nichts. Und lasse mich von der Familie leiten.


Text erschienen auf Famigros.ch.

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