Montag, 26. Januar 2015

Schweisstreibende Aktivitäten mit Baby




Hier meine erste Kolumne für Famigros seit der Geburt von Benjamin:

Mein Mutterschaftsurlaub ist vorbei und meine Familie um ein Mitglied gewachsen. Wie das so ist zu viert? Ganz wunderbar. Ich geniesse es, alles etwas lockerer zu sehen als beim ersten Mal. Ich bin so viel entspannter - und das Baby hat diese Gelassenheit, so wie es aussieht, übernommen. Nur eines, das ist mit zwei Kindern viel mühsamer als mit einem: Nämlich das Haus zu verlassen. Ganz besonders im Winter, wo man die kleinen vorher dick einpacken muss.

Trotzdem habe ich mich überwunden und mich für einen Rückbildungskurs mit Baby bei der Migros Klubschule angemeldet. Meinem Körper zu liebe. Denn an dem sind zwei Geburten innert zwei Jahren nicht spurlos vorbeigegangen. So richtig darauf gefreut habe ich mich Anfangs nicht. Denn nur schon beide Kinder in Wintermontur zu werfen war für mich eine Herausforderung. Dann musste ich meine Grosse auch noch bei den Grosseltern abliefern. Ich wusste: Spätestens, wenn wir in der Klubschule ankommen, wird mein kleiner Junge wieder nach Milch schreien.

Und genau so war es auch. Aber nicht nur das: Während ich am stillen und die restlichen Mamis am turnen waren, entschied sich mein Baby, das Fassungsvermögen seiner Windel zu testen. Kurz gesagt: Es war nicht ausreichend. Sofort rannte ich zum nächsten Wickeltisch (der Schweiss stand mir inzwischen auch ganz ohne Rückbildungsgymnastik auf der Stirn). Bis der Kleine wieder sauber war, vergingen einige Minuten und ich habe ernsthaft überlegt, statt zurück in den Kurs einfach wieder nach Hause zu gehen. Aber ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und bin zurück in den Raum gegangen.

Und wisst ihr was? Ich blickte in lauter verständnissvolle Gesichter von Mamis, die genau wussten, was ich gerade durch machte. Es gab keinen Grund, wieso ich mich hätte schämen müssen. Nur schon deshalb hat sich für mich der Kurs gelohnt. Aller Anfang ist schwer - sei es, das Haus mit zwei Kleinkindern zu verlassen oder den Körper nach zwei Geburten wieder auf Vordermann zu bringen. Da tut es gut zu merken, dass man nicht alleine ist. Und eine Kursleiterin zu haben, die genau weiss, was der Körper jetzt braucht. Die sich die Geburtsgeschichte jeder Mutter anhört und darauf für jede einzelne eine gute Übung weiss. Als ich den Raum nach 50 Minuten verliess, fühlte ich mich gestärkt - sowohl physisch als auch psychisch.



Kommentare:

  1. Warum besuchst du nicht einen Kurs ohne Baby? Wenn du schon den Aufwand hast das Größere zu den Großeltern zu bringen- weshalb nicht gerade alle beide und den Kurs bzw die Zeit ganz für dich, deinen Körper und deine Seele nutzen? Wenn die Hälfte der Kurszeit fürs Stillen und wickeln draufgeht, ist das doch schade- da nützt dir auch das Verständnis der anderen Mamis nichts. Ich fand den Rückbildungskurs ohne Kind so entspannend. Die Mamis hatten so auch mehr Zeit füreinander- und ich habe aus diesem Kurs eine liebe Freundin kennengelernt!

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  2. Ich unterstütze meine Vorschreiberin: definitiv nur noch Rückbildungskurse ohne Kinder! Das ist für alle viel entspannter. Bei meinem ersten Kind war ich in einem Kurs mit Kindern, es hat viel Unruhe reingebracht, die Übungen wurden nicht präzise durchgeführt und ich habe den Kurs schlecht in Erinnerung. Beim zweiten Kind gönnte ich mir einen Abendkurs OHNE Kind. Habe das Baby gestillt, meinem Mann die beiden überlassen und wirklich ETWAS FÜR MICH gemacht. Vielleicht wäre das ja auch für dich etwas?

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  3. Bei meinem ersten Kind habe ich das auch so gemacht. Und ich gebe euch recht, das ist viel entspannender! Aber dieses Mal war ich noch nicht bereit, den Kleinen alleine zu lassen. Deshalb habe ich es so gelöst...

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