Donnerstag, 9. April 2015

Bei Mama schlafen lernen

Schlafen im Familienbett. Das Stillkissen als Trennwand. 

Das Thema Schlaf ist ein heikles und ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt noch darüber schreiben möchte. Ich weiss noch gut, wie verzweifelt ich bei meinem ersten Kind war, als es kurz nach der Geburt nicht in seinem Bettchen schlafen wollte. Meine Tochter fand nur in meinen Armen Ruhe - meist sogar nur, wenn ich sie in den Schlaf stillte. “Tu das bloss nicht!”, hiess es in meinem Umfeld. “Das Kind gewöhnt sich daran und wird nie alleine einschlafen lernen”. Also habe ich mich dagegen gewehrt und versucht zu erzwingen, was nicht ging: Die Kleine alleine einschlafen zu lassen (hier mehr dazu). Es hat mich viel Stress und einige Tränen gekostet. Trotzdem glaubte ich damals fest, das Richtige zu tun.

Heute glaube ich das nicht mehr. Also nahm ich mir beim zweiten Kind vor, das ganze etwas anders anzugehen. Ich wollte auf die Bedürfnisse meines kleinen Jungen hören und mich danach richten. Wenn er in der Nacht meine Nähe braucht, dann soll er diese kriegen. Zudem wollte ich auch nicht mehr alle zwei Stunden aufstehen, um dem Kleinen die Brust zu geben. Ich nahm ihn deshalb zu mir ins Bett. Anfangs waren die Nächte alles andere als ruhig. Das Stillen ging zwar leichter - ich musste mich nur im Halbschlaf drehen, ihm die Brust geben und weiterschlafen. Doch richtig tief konnte ich neben meinem Baby nie schlafen. Ständig hörte ich mit einem Ohr seinen Atem.

Trotzdem hat es sich für mich bewährt, das Baby zu mir zu nehmen. Mein kleiner Junge hat kaum je geweint, wenn es Zeit fürs Bettchen war. Rund zwei Monate hatte ich ihn bei mir. Danach durfte er zu seiner Schwester ins Zimmer, weil er durchschlief. Noch heute geht er gerne ins Bett, weinen muss er eigentlich nie. Ganz im Gegenteil zu seiner Schwester, die auch heute noch nicht alleine einschlafen mag. Sie darf dann bei Mami und Papi im Bett noch kuscheln, bis ihr die Augen zufallen.

Dieser Text ist auf Famigros.ch erschienen.

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