Donnerstag, 24. Dezember 2015

Magische Weihnachten und andere Probleme


Kommt bei Ihnen auch bald das Christkind? Oder bringt der Weihnachtsmann die Geschenke? Für uns ist es das erste Weihnachtsfest, an dem wir versuchen, unsere Tochter von der Existenz des Christchindlis zu überzeugen. Gar nicht so einfach - zumal mein Mann und ich nicht religiös sind. So müssen wir uns mehr oder weniger von einer erfundenen Geschichte zur anderen retten in der Hoffnung, unsere Tochter beginne nicht allzu früh damit, den Weihnachtszauber zu hinterfragen.
Anfang Dezember durfte sie einen Brief mit all ihren Wünschen ans Christkind schicken. Dieses wird sich den Brief anschauen und versuchen, ihre Wünsche zu erfüllen. Zudem bringt das Christkind bei uns auch den Weihnachtsbaum. So weit, so gut. Hätte sich unsere Tochter nicht ein Bett gewünscht - und NUR ein Bett. Ein guter Wunsch, eigentlich. Denn ein neues Bett war schon lange geplant. Das Problem: Es stellte sich bald einmal heraus, dass das Christkind Mühe hat, ein Bett zu besorgen. Bestellen kann man dieses im Zeitalter des Internets zwar überall und jederzeit - bloss die Lieferfristen sind im Dezember ein Graus.
Also hat das Christkind in unserer Geschichte nun Probleme, das Geschenk rechtzeitig abzuliefern. Weil es schliesslich sehr vielen Kindern ihre Geschenke bringen muss. Meine Tochter hat dafür grösstes Verständnis. Und ich zugegebenermassen immer mehr Spass daran, zusammen mit ihr eine Märchenwelt zu erschaffen, in der Weihnachten wieder magisch ist. Das Glänzen in ihren Augen und die Aufregung in ihrer Stimme, wenn sie vom Christkind erzählt, sind ansteckend. Und plötzlich finde ich es schade, dass mir all das irgendwann abhanden gekommen ist.

Dieser Text ist auch auf Famigros.ch erschienen.

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Einfaches Weihnachtsgeschenk DIY




Wollt ihr mit den Kindern noch ein schönes Weihnachtsgeschenk für die Grosseltern basteln? Wer mir auf Instagram folgt weiss, dass wir gerade das diesjährige Mitbringsel am produzieren sind. Doch ich wollte hier kurz unser letztjähriges Weihnachtsgeschenk teilen. Eventuell zeige ich euch danach auch noch das aktuelle Projekt, da ich es nun auf Instagram eh schon verraten habe. Eigentlich wollte ich es nicht auf dem Blog veröffentlichen, um die Überraschung nicht kaputt zu machen - doch dabei ist mir entgangen, dass unser Grossmami und auch das Grosi schon längst Instagram-Profis sind. Ups!

Anyway - für unser Weihnachtsgeschenk vom letzten Jahr benötigt ihr nur Stempelkissen und die süssen kleinen Fingerlein eurer Kinder. Wir haben die Fingerabdrucke auf dicke A5-Kärtchen gemacht und danach in einem weissen Holzrahmen verschenkt. Ich fand das Resultat sehr süss. 

Freitag, 4. Dezember 2015

Kinder und Betrunkene haben viel gemeinsam

Cheers to that! (Nein, das ist keine bezahlte Werbung für Corona.)


Das Leben mit Kindern ist nicht immer einfach. Eigentlich ist es, als würde man seinen Alltag mit einem (oder mehreren) Betrunkenen bewältigen. Ja wirklich, wenn man es sich genauer überlegt, sind die Parallelen verblüffend. Sie wollen Beispiele? Bitteschön:


  1. Fangen wir bei den ganz kleinen Kindern an. Jenen, die schwankend durchs Haus gehen und bei jedem Richtungswechsel hinfallen. Sehen Sie es vor sich? Wie ein Betrunkener auf dem Heimweg, oder?
     
  2. Führen wir den Gedanken weiter: Das kleine Kind geht also. Doch plötzlich wird es müde. Es setzt sich hin. Sein Blick wird leer. Sein Kopf beginnt langsam nach vorne zu kippen. Es schläft ein. Mitten im Spielzimmer. In der unbequemsten Lage. Kennen Sie sonst noch jemanden, der das kann? Richtig: Jemand, der deutlich zu tief ins Glas geschaut hat.
     
  3. Kaum ist es wieder wach, überkommt das Kleinkind ein unglaublicher Hunger. Doch es scheint seinen Mund beim Essen einfach nicht zu treffen. Zwischen den Bissen, die mal im Mund und mal am Boden landen, greift es nach seinem Becher, setzt an und schüttet den gesamten Inhalt über sich. Das kennen wir doch genauso von Menschen mit zu hohem Alkoholpegel.
     
  4. Die Motorik von Kindern lässt im Allgemeinen zu wünschen übrig. Da kann es schon mal vorkommen, dass sie über ihre eigenen Füsse stolpern oder aus Versehen direkt in eine Wand rennen. Wie ein Betrunkener eben. 
     
  5. Sind die Kinder dann älter, wird es auch nicht besser. Sie können einem in der Öffentlichkeit ganz schön peinlich sein. Unsere Tochter beispielsweise singt unglaublich gerne. Süss, nicht? Fand ich auch. Bis sie eines Tages in einem Restaurant aus voller Kehle zu trällern begann und nicht mehr aufhören wollte. Zum Glück fand sich am Nebentisch ein Betrunkener, der fröhlich mitträllerte.
     
  6. Schwierig ist auch die Phase, in der sie am liebsten nackt herumrennen. Sie entblössen sich ohne Vorwarnung – egal, wann und so. Sie haben ungefähr so viel Schamgefühl wie ein Beschwipster.
     
  7. Zudem sind Kinder emotional ganz schön labil. Zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt liegen oft nur ein paar wenige Sekunden. Es gibt nur eine Spezies, die genauso labil ist: Betrunkene.
Der einzige Unterschied? Im Gegensatz zu Erwachsenen, die zu tief ins Glas geschaut haben, sind die torkelnden, nackt auf dem Balkon herumhüpfenden und sabbernden Mini-Menschen einfach herzzerreissend süss.

Diese Kolumne ist auf Famigros.ch erschienen. 

Dienstag, 1. Dezember 2015

Ich werde es vermissen, das Stillen

Kurz nach Benjamins Geburt - wie habe ich mich aufs Stillen gefreut!
Als Benjamin auf die Welt kam, war für mich klar: Ich werde ihn mindestens ein Jahr lang stillen. Vielleicht auch länger. Ich hatte bereits Amelie so lange gestillt und ich tat es sehr gerne. Als ich Amelie abstillte, vermisste ich diese intime Zeit mit ihr Anfangs sehr. Deshalb dachte ich dieses Mal, vielleicht stille ich noch etwas weiter. Doch als mein Kleiner vor kurzem eins wurde, war ich bereit zum abstillen. Ich habe ihn in den letzten Monaten noch Morgens, Abends und in der Nacht gestillt und fand das zwar recht problemlos, trotzdem schränkte es mich ein.

Ich sehnte mich wieder nach mehr Freiheit. Schliesslich musste ich Abends meist zu Hause sein, um ihn in den Schlaf zu stillen. Und Nachts wachte Benjamin immer auf, weil er trinken wollte. Das begann ich als anstrengend zu empfinden, als ich wieder arbeitete. Zudem vermisste ich den Alkohol. Und ich wollte endlich mal wieder meinen BH ausziehen. Oh, wie sehr ich das wollte! Ich gehöre zu der Sorte Frauen, die konstant zu viel Milch hat. Ich musste deshalb bis zum Schluss immer Stilleinlagen tragen.

Und noch etwas machte mir zu schaffen: Wegen des Vitaminmangels hatte ich ständig Haarausfall. Ich nahm meine Vitamintabletten, doch das schien nicht zu helfen. Inzwischen gibt es von Milupa auch Müsliriegel für stillende Mamas mit erhöhtem Nährstoffbedarf. Kennt ihr die? Auf ihrer Website gibt es übrigens auch ganz viele tolle Tipps für Mütter. Hier findet ihr zum Beispiel alles, was stillende Mütter interessieren könnte.

Anfang Oktober war ich dann jedenfalls soweit, den Kleinen abzustillen. Zuerst liess ich die Brust am Abend weg, dann Morgens und zum Schluss - und das war wohl das schwierigste - auch die in der Nacht. Der Kleine merkte zwar, dass er immer weniger bekam, akzeptierte es jedoch sehr schnell und verlangte auch nicht mehr danach. Ausser Nachts eben. Das war schwieriger. Ich versuchte es mit einem Schoppen Milchnahrung, doch die mochte er nicht. Anfangs wollte er sowieso nichts von der Flasche wissen. Inzwischen nimmt er gerne Wasser aus dem Schoppen (oder auch Sirup - er hat eine grosse Schwester, was soll ich sagen). Kuhmilch gibts in unserem Haushalt sowieso nicht, da ich und beide meiner Kinder allergisch reagieren.

Zum Schluss hatte es sogar etwas positives, dass ich abgestillt habe: Benjamin schläft jetzt nämlich durch. Ist ihm wohl zu blöd, aufzuwachen, wenns keine Brust mehr gibt. Mami findet das ganz in Ordnung so.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Aptaclub.